Schreibwettbewerb (09.11.2007)

Von Langeoog und einer „genutzten Nacht“ in Berlin

 

(ejr) Gesucht wurden Wortakrobaten, Poeten, Schreiberlinge und Buchstabenjongleure. Gefunden wurden junge Menschen von 14 bis 21 Jahren, die bei diesem ersten Schreibwettbewerb des Kulturforums Overath zu den erfolgreichen Preisträgern gehörten. Insgesamt 62 Texte wurden aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich eingereicht. Eine gut besetzte Jury hatte die schwierige Aufgabe, hier eine Auswahl treffen zu müssen. Am Freitag, dem 9. November 2007 war es dann soweit: Die jungen Preisträger durften ihre prämierten Gedichte und Geschichten vor einem großen Publikum in der OJO vortragen. Vom Lampenfieber war selbst bei den jüngsten Teilnehmern nichts zu spüren. Den Hauptgewinn errang Tobias Draese. Der 21-jährige Lehramtsstudent aus Hamburg entwuchs – seinen eigenen Worten nach – der Literaturszene der Hansestadt. Er wolle dies nicht mehr missen, berichtete er, bevor er seinen ausgezeichneten Text „Didaktik einer Nacht“ vortrug. Er schilderte eine kurzweilige, verschwommene Berliner Nacht, mit vielen Bildern und Eindrücken der erzählenden Person. „Carpe Noctem“ war der Grundgedanke, den Tobias Draese seiner Geschichte als Basis unterlegte.

 

Die weiteren Preisträger zeigten sich ebenso professionell: Janni Danikas aus Bensberg, der jüngste Preisträger, präsentierte drei Gedichte über Langeoog, Abenteuer und den Sonnenuntergang. Zu seinen Texten mit sehr klaren Bildern komme er spontan, meist auch „im Bett“, nicht jedoch auf Aufforderung, beschrieb er die Entstehung seiner Lyrik. Die 17-jährige Nadine Wagenbach aus Rösrath las ihre Geschichte „Das Mädchen“. Hier hielt sie den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht; erst am Ende erfuhr man, wer der „Ich“-Erzähler und „das Mädchen“ waren. Anne Vivane Peffeköver (19, aus Lindlar) präsentierte ihre Gedichte „Schlüssel“ und „Monotonie“, zwei sehr starke Gedichte, die ebenso stark vorgetragen wurden. „Wahrheit ist um einiges wichtiger, als Liebe“, schilderte sie den Grundgedanken ihrer Texte. Aus Wien kam die Preisträgerin Katharina Schmid-Siegel (17). In ihrer Utopie schilderte sie die Möglichkeit, sich den Traummann aus dem Internet herunterzuladen. Sie selber ist Mitglied in einem Schreibclub; ihre unterhaltsame Geschichte erhielt durch den Wiener Akzent noch eine besondere, persönliche Note. Die 16-jährige Nina Meeger aus Overath las zwei Liebesgedichte mit sehr konkreten Bildern, die dem Zuhörer präsent blieben. Auf die Frage, ob sie einen realen Bezug für ihre Gedichte habe, antwortete sie, sie könne nur über das schreiben, was sie wirklich fühle.

 

Die Initiatorin des Schreibwettebwerbs Marianne Bruns war sehr zufrieden mit der Lesung und sichtlich beeindruckt von der literarischen Fähigkeit der Teilnehmer. Jedem Preisträger überreichte sie eine Urkunde und einen Preis. Die Jury war ebenfalls mit jungen Menschen besetzt und setzte sich zusammen aus Ines Dettmann vom Literaturhaus Köln, David Valles-Fernandez von Radio Berg und Tim Rottländer, Ewgenia Nikolaev und Thomas Manekeller von der Redaktion „Junge Zeiten“ des Kölner Stadt-Anzeigers.

 

Untermalt wurden der Abend durch die beiden jungen Musiker Curtis Goldsby und Marius Ley von der Bigband des Paul-Klee-Gymnasiums.

Der Flyer zum Schreibwettbewerb
Das Plakat zum Schreibwettbewerb