17.01.2009 Neujahrskonzert
Am 17. Januar 2009 um 19:30 Uhr veranstaltet das Kulturforum Overath e.V. ein
NEUJAHRSKONZERT im KULTURBAHNHOF.
Unter dem Titel MOZART PUR spielen die
Kammersolisten des Gürzenich-Orchesters Köln
Anna Gebert, Violine
Rose Kaufmann, Violine
Susanne Duven, Viola
Joachim Griesheimer, Violoncello
Robert Oberaigner, Klarinette
Tom Owen, Oboe
Das Gürzenich - Orchester, eines der großen traditionsreichen Orchester, zählt zu den führenden Sinfonie- und Opernorchestern in Deutschland. Stammsitz ist seit 1986 die damals neu eröffnete Philharmonie, einer der bedeutendsten Konzertsäle Europas.Aus diesen Reihen hat sich ein Ensemble formiert, das aus herausragenden Solisten besteht. Diese Musiker bestreiten mit einem brillanten Programm das Neujahrskonzert im Kulturbahnhof.
Zur Aufführung kommen das Klarinettenquintett und das Oboenquartett von Mozart sowie Bearbeitungen von Arien aus „La Clemenza di Tito".
Vorverkauf: 12 Euro in der Buchhandlung Bücken&BückenAbendkasse: 14 Euro; Schüler und Studenten 6 Euro
Kölner Stadt-Anzeiger vom 21.01.09
"Wenn die Oboe Mozart singt"
Umjubeltes Gastspiel im Kulturbahnhof.
Musiker des Kölner Gürzenich-Orchesters zeigten unbekannte Seiten des berühmten Komponisten.Von Michael Cramer
Das Klarinettenquintett ist einer der Höhepunkte Mozarts Schaffens,ein wahrhaft vollkommenes Spätwerk mit Melodienvielfalt, unnachahmlichem virtuosem Klangzauber und reizvollen Farbmischungen - zu hören im Neujahrskonzert im Overather Kulturbahnhof. Und wenn dann noch die Profis aus dem Kölner Gürzenich-Orchester aufspielen, so ist es kein Wunder,dass die Begeisterung im übervollen Hause keine Grenzen kannte. Der stimmungsvolle Kulturbahnhof Overath scheint sich zu einem Magneten für Kunstbeflissene zu entwickeln, die Nachfrage nach Karten war weitaus größer als das Angebot. Schlichte VirtuositätDer warme Klarinettenklang von Robert Oberaigner fügte sich mit schlichter, nicht zur Schau gestellter Virtuosität nahtlos in das Ensemble der kongenialen Streicher ein (Anna Gebert; Rose Kaufmann, Susanne Duven und Joachim Grieshaber). Die nötige Mischung aus Ernst und Humor ließen eine homogene Interpretation des Stückes entstehen, die die Bedeutung des Komponisten wie des Werkes in höchstem Maß herausstellte. Das berühmte Largetto mit seinen über den Streichern schwebenden Melodiebögen der Klarinette mag manchen Zuhörer an Mozarts Klarinettenkonzert in „Jenseits von Afrika" erinnert haben.
Der zweite Teil des Abends gehörte dann der Oboe von Tom Owen, ebenfalls Solobläser im Gürzenich-Orchester und Nachfolger des Overathers Klaus Kärcher, der unter den Zuhörern weilte. Owen glänzte im musikalisch bezaubernden Oboenquartett mit weichem Ton neben aberwitzigen Läufen und einer fulminanten Technik, welche das Auditorium nach dem schnellen Allegro zu einem spontanen „Sonderapplaus" verführte. Unglaublich, was und wie schnell man auf einer Oboe alles spielen kann; aber auch hier trat der Solist bescheiden zu Gunsten einer harmonischen Ensembleleistung zurück.Vergnüglich war die hohe Spielfreude von Owen - nicht nur zu hören, sondern auch an seiner burlesken Mimik abzulesen; selbst einen überblasenen hohen Ton konnte er so locker wegstecken. Abschließend ging es dann in die Welt der Oper, der unerlässliche Gesang wurde durch die Oboe ersetzt. Und da der Text zwangsläufig schwer verständlich sei, wurde er einfach charmant vorgelesen. So einfach kann das gehen.„La Clemenza di Tito" ist ein weniger gespieltes Werk von Mozart, als „Opera Seria" nicht so quirlig wie "Figaro" oder "Don Giovanni", schwierig zu inszenieren, aber mit einer F
ülle unglaublicher Musik. Die Arien „Parto, parto" und „Non Piu di fiori" sind ideal für die Besetzung mit dem Quartett und beiden Bläsern, da die Klarinette die Arien ohnehin obligat solistisch und duettierend begleitet. Und da der runde und variable Ton der Oboe der menschlichen Stimme obendrein recht nahe kommt, dürften selbst eingefleischte Opern-Puristen voll auf ihre Kosten gekommen sein.Klasse Klassik in Overath - vor nicht allzu langer Zeit noch undenkbar; dem rührigen Kulturforum sei weiterhin eine gute Hand gegeben.
Mozart "pur" begeisterte im Overather Kulturbahnhof
Kammersolisten des Gürzenich-Orchesters im Neujahrskonzert des Kulturforums am 17.01.09
von Horst Friedrich
Ausverkauft! Erfreulich für die Veranstalter und Künstler, enttäuschend für weitere interessierte Besucher, dass die wenigen vorhandenen bzw. zurückgegebenen Karten an der Abendkasse sofort vergriffen waren. Ist der Umbau des Bahnhofs etwa zu klein geraten? Bestimmt nicht als Rahmen für ein Kammerkonzert, bei dem Akteure und Zuhörer die Klangfülle unmittelbar bei begrenzter Raumgröße mit vorzüglicher Akustik genießen können, wie es im Kulturbahnhof der Fall ist. War es Mozart, waren es die vorzüglichen Kammersolisten des Gürzenich Orchesters, die die Zuhörer so sehr begeisterten? Mozarts Quintett in A-dur für Klarinette (Robert Oberaigner), zwei Violinen (Anna Gebert, Rose Kaufmann), Viola (Susanne Duven) und Violoncello (Joachim Griesheimer) bot virtuose Klarinettensoli, und das ausdrucksvolle Zusammenspiel aller Beteiligten mit sicherer Beherrschung unterschiedlicher Tempi und Spielfreude vermittelte den Zuhörern ein einmaliges Musikerlebnis. Im zweiten Programmteil beeindruckte Tom Owen (Oboe) als Solist und bot den Zuhörern die Möglichkeit, die souveräne Beherrschung dieses Instruments in der vollen Breite der Ausdrucksformen kennen zu lernen. Bereits nach dem ersten Satz konnten einige Zuhörer nicht umhin, ihre Begeisterung durch Bravorufe und Beifall auszudrücken. Im dritten Programmteil wurden Arien aus Mozarts Oper "La clemenza di Tito" in Instrumentalfassung gespielt, wobei die Singstimme von der Oboe übernommen wurde und das Wechselspiel mit der Klarinette die Zuhörer außerordentlich beeindruckte. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus und Bravorufen. Die Künstler revanchierten sich mit einer Zugabe, und man hatte den Eindruck, dass es ihnen in Overath gefallen hat, auch beim anschließenden Beisammensein in der "Stadtmitte".
Marianne Bruns, die zusammen mit Marita Cramer für die Leitung der Veranstaltung zuständig war, lud in ihrem Dankeswort alle Musikfreunde, vor allem diejenigen, die diesmal nicht dabei sein konnten, für die nächsten Konzerte ein: 14.03.2009 Jazz-Konzert mit Sabine Kühlich und Adam Rafferty (New York) und am 19.09.09 Konzert "Quadro Nuevo".
