Jazz-Konzert Frederik Köster Quartett 27.11.2009 um 20.00 Uhr im Kulturbahnhof
Frederik Köster Quartett gastierte im Kulturbahnhof
Ist er wirklich der neue Trompetenstar am deutschen Jazzhimmel? Frederik Köster wurde nach dieser Ankündigung, auf die auch in der Begrüßung Veronika Bahne-Classen, Vorsitzende des Overather Kulturforums, verwies, mit großer Spannung am Freitagabend im Kulturbahnhof erwartet. Und hier wurde wahrlich niemand im ausverkauften Haus enttäuscht. Wer mit Till Brönner oder, wie der künstlerische Leiter Manfred Austen moderierte, mit Miles Davis verglichen wird, der muss schon überzeugen. In der Tat braucht Köster den Vergleich nicht zu scheuen. Seine Kreativität und virtuose Beherrschung von Trompete und Flügelhorn begeisterte ohne Einschränkung.
Schon in seinem ersten Arrangement „Arabeske“ zog er alle Register seines Könnens: Ob geschmeidiger, weicher Klang, scheinbar mühelos bis in höchste Lagen, oder harter Sound mit starkem Ausdruckswillen – Frederik Köster bannte von der ersten Minute an die jazzkundigen Zuhörer. Beeindruckend aber auch seine Mitspieler. Jederzeit spürte man die musikalische Nähe und Sensibilität des E-Gitarristen Tobias Hoffmann, des Schlagzeugers Ralf Gessler und des Bassisten Mathias Novak, der sich als Neuling nahtlos in die Gruppe einpasste.
Die feine Abstimmung Kösters im Dialog mit der Gitarre in „Liebeslied“ bewies höchst kreativen Umgang mit Klangfarben und geradezu eine Verschmelzung durch perfekte wechselseitige Übernahme von Sound und Tonlagen. „Zeichen der Zeit“, gleichnamiger Titel einer CD, vereinte dann geradezu klassisch alle Momente seines eigenwilligen Jazzstils, in dem nichts imitiert, sondern alles individuell erschaffen wird. In rasanten, abenteuerlichen Läufen, rhythmischen Brüchen und prägnanten Gegensätzen inspirierte Kösters Jazz zu Assoziationen, die den Titel durch das Klangerlebnis erfahrbar machten – ein Kunstwerk. Selbst meditative Klangebenen in „Prayer“ wurden, man mag es kaum glauben, im Dialog zwischen Schlagzeug und Bass beeindruckend hörbar gemacht.
Nach der Pause gab es noch weitere Leckerbissen. Natürlich lässt sich jemand wie Köster von Olivier Messiaens Zahlenmystik inspirieren, wagt sich ganz unkonventionell in tänzerische Motive in „Schaltjahr“ oder fasziniert durch endlose Bögen mit Hilfe der Zirkularatmung in „Song for my Mother“ .Das begeisterte Publikum forderte die fällige Zugabe.
Die Overather Jazzreihe hat sich sehr erfolgreich etabliert. Die Ankündigung eines weiteren Jazz-Abends im März 2010 und sogar einer Jazz-Night im September stimmen erwartungsfroh.
Verantwortlich für den Text: Joachim Zinzius
Frederik Köster - Trompete, Kompositionen
Frederik Köster studierte in Detmold Schulmusik und in Köln Jazz-Trompete und Jazz-Komposition/Arrangement. Seit 2007 ist er Professor für Jazz-Trompete an der Hochschule für Musik der Fachhochschule Osnabrück.
Der Kölner Trompeter spielte bereits mit internationalen Jazzgrößen wie Phil Woods, Albert Mangelsdorff Ac Rooyen und vielen anderen. Desweiteren arbeitete er mit führenden Big Bands der Szene : WDR Big Band, Peter Helbolsheimer`s Rhythem Combination & Brass usw...
Freddy Köster erhielt im September 2006 beim Jazz Hoeilaart International Contest in Belgien den Preis für den besten Solisten.
Er unternahm mit zahlreichen Bands Konzertreisen nach Namibia, Südafrika, Österreich, Schweiz, Spanien, Holland, Polen, England,Belgien, Bulgarien, Rumänien und Albanien.
"Purismus ist für Frederik Köster ein Fremdwort. Eine der größten Trompeterentdeckungen der letzten Zeit"... WDR
