Sommerwerkstatt 2006

Große Kunst von kleinen Künstlern


(hf/ejr) Auch in diesem Jahr bot das Kulturforum Overath seine Sommerwerkstatt für Kinder und Jugendliche an. Unter der Anleitung „echter“ Künstler konnte der Nachwuchs von acht bis vierzehn Jahren seiner Kreativität freien Lauf lassen, unterschiedliche Arbeitstechniken kennen lernen und sehenswerte eigene Kunstwerke erstellen. Unter der Anleitung der Künstlerin Manuele Klein lernten die Kinder und Jugendlichen die Arbeit mit der Radiernadel kennen. Bilder und Motive wurden in eine metallene Oberfläche eingeritzt. Die danach aufgetragene Farbe verfing sich in den entstandenen Ritzen, sodass nach der Behandlung durch eine Presse nicht nur das Relief des Bildes, sondern auch die Farbe als Abdruck auf speziellem Papier zu erkennen war. Die Bildhauerin Ursula Koch filzte mit den kleinen Künstlern. Der Filz wurde mit Wasser und Seife bearbeitet und danach mit den Händen in Form gebracht und wieder ausgewaschen. Es ist eine lange Vorarbeit, die jedoch am Ende durch sehr schöne Ergebnisse wieder wett gemacht wird: Filzkugeln, Blumen, Taschen, Beutel und ein richtiges Bild entstanden so aus dem für die Teilnehmer ungewohnten Material. Die Designerin und Holzbildhauerin Chantal Tassane arbeitete unter dem Titel „Total durch den Wind“ mit der Airbrush-Technik. Die Jugendlichen klebten zunächst mit Klarsichtfolien ihr Bild und trugen danach mit Druckluft die Farbe auf. Eine weitere Schicht Folie folgte, sodass die nächste Farbe aufgetragen werden konnte. Je mehr Farben das Bild am Ende haben sollte, umso mehr Arbeitsschritte waren notwendig. So entstanden Ausschnitte aus Mangas, Bilder von Drachen und das Logo des FC Bayern München in Airbrusch-Technik. In der Abschlussveranstaltung wurden die Arbeitsergebnisse der „kleinen Künstler“ anschaulich präsentiert. Erstaunlich, dass trotz hochsommerlicher Hitze die Kinder und Jugendlichen so produktiv gewesen sind. Auf drei Stellwänden konnten Radierarbeiten - meist im kleineren Format - bewundert werden, eine weitere Stellwand erfasste die größerflächigen Airbrush-Arbeiten im Comic-Stil und auf einem Arbeitstisch waren die Filzarbeiten leuchtend bunt ausgebreitet. Die Besucher - hauptsächlich Eltern - waren sehr beeindruckt. Auch das Vorstandsmitglied des Kulturforums, Dr. Horst Friedrich, der die Besucher und Teilnehmer  begrüßte, zeigte sich von der Kreativität der „kleinen Künstler“ überrascht und betonte die Notwendigkeit des Erlernens von Techniken, um diese Kreativität wirksam werden zu lassen. Das war die wesentliche Aufgabe der „richtigen“ Künstler, denen es gelang, durch die Vermittlung der komplizierten Techniken des Radierens, des Airbrush und der Filzherstellung und -verarbeitung die Kinder und Jugendlichen zur Herstellung eigener Kunstwerke zu veranlassen. Zum Schluss waren alle Teilnehmer zwar etwas erschöpft aber glücklich, und der Wunsch nach einer Fortsetzung im nächsten Jahr wurde sehr deutlich.